Wasserfall, Immaterielles Kulturerbe Blaudruck
Wasserfall, Immaterielles Kulturerbe Blaudruck

 

RE-ART meets KULTURERBE 2020/2021

Ausstellung in der RE-ART Halle Ihlienworth 2021

 

„Als Kulturerbe wird die Gesamtheit der materiellen und immateriellen Kulturgüter bezeichnet. Es ist als Zeugnis der menschlichen Schaffens- und Schöpfungskraft von historischer, gesellschaftlicher, künstlerischer, wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher Bedeutung und wird deshalb geschützt, gepflegt, erhalten und möglichst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht." (ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/kulturerbe/)

 

"Wenn wir den Staub der Geschichte wegpusten und zeigen, dass wir Erbe auch selbst gestalten, ist es wesentlich einfacher, sich damit zu identifizieren." (Welterbe-Teamerin Verena Röll /www.kulturweit.de)

 

„...unser Kulturerbe (ist) eine Brücke zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft...“ (Berliner Appell, www.european-cultural-heritage-summit.eu

 

Zeitgenössische Kunst trifft Kulturerbe

 

Popart verwandelt Kirchenornament - Avantgarde Design benutzt Blaudruckverfahren -

Parkour-Artisten erkunden ein Denkmal

 

Im Sommer 2021 begegnen sich in der Kunstschau der RE-ART Halle in Ihlienworth Zeitgenössische Kunst und Kulturerbe. Damit wird ein spannender Dialog zwischen Tradition und Moderne /„Altem“ und „Neuem“ / Laien und Profis angestoßen. Im Ambiente der alten Industriehalle werden Kunstwerke (Bild, Objekt, Installation, Performance, Video, Aktion u.a.) gezeigt, in denen sich internationale KünstlerInnen mit dem Thema Kulturerbe auseinandersetzen. Die Arbeiten können sich auf ausgesuchte Objekte, Gebäude, Orte, Landschaften oder auch Traditionen, Handwerkskünste oder kulturelle (auch immaterielle) Techniken des Kulturerbes aus der Region und aus der ganzen Welt beziehen. In Zusammenarbeit mit regionalen Kulturträgern ergänzen Kunstvermittlungsangebote, Workshops, Beteiligungsprojekte und Veranstaltungen das Programm.

 

Ausgangspunkt

 

Das Sammeln von Antiquitäten, die Gründung von Heimatvereinen, die Vintage Mode - die besondere Hinwendung vieler Menschen zu Dingen aus der Vergangenheit zeigt das große Interesse der manchmal „gesichtslos“ scheinenden Gegenwart etwas entgegenzusetzen. In Zeiten der Globalisierung, der Umbrüche und der unendlichen Medienwelten suchen besonders junge Menschen nach Orientierung, nach Identität. Die Beschäftigung mit Kulturerbe bildet dafür eine Plattform, in der die Doppelrolle als Erbe und Erblasser produktiv ausgelebt werden kann.

Der offizielle Weltkulturerbetitel, den die UNESCO world heritage vergibt, ist als besonderes Unterscheidungsmerkmal, Prestigegewinn und Tourismusfaktor von allen Ländern sehr begehrt. In Deutschland gibt es zur Zeit 43 Stätten des Weltkulturerbes und drei Stätten des Weltnaturerbes.

Kulturerbe dokumentiert Vergangenheit und verbildlicht als Identitätsspeicher kulturelle Bedeutung in der Gegenwart. Das gilt für die Fagus Bauhaus Fabrikhalle genauso wie für eine unbekannte Dorfkirche. „Wer nicht weiß, woher er kommt, der weiß nicht wohin er geht.“ (Sprichwort) Die Begegnung und der Umgang mit dem Kulturerbe ist eine Aufgabe, die auch die Zukunft beeinflusst. Denn jeder Bestandteil des Kulturerbes hatte eine bestimmte gesellschaftliche Funktion, deren Analyse und Interpretation uns zu neuen Erkenntnissen und Handlungsalternativen verhelfen kann.

Kunst bildet nicht nur ab, sie verfügt über besondere ästhetische Mittel der Reflektion. Durch die künstlerische Bearbeitung erfahren die Beispiele des Kulturerbes in diesem Projekt eine aktuelle Übersetzung, die in Form und Präsentation neue Zugänge besonders auch für ein junges Publikum eröffnen wird. Zeitgemäße künstlerische Mittel wie Video, Installation und Performance können eine alternative, auch kritische Sicht ermöglichen.

 

Arbeitsprinzipien des Projekts

 

Kommunikation

Das Interesse der Öffentlichkeit für das Thema Kulturerbe im Kontext von Zeitgenössischer Kunst soll durch kommunikative Strategien und persönliche Beteiligung erreicht werden. Erst durch die Diskussion wird eine Ausstellung wirklich lebendig und erfüllt ihren eigentlichen Sinn. Kunstvermittlungsangebote, die zu Gesprächen, kreativer Reflektion und selbst verantwortlicher Stellungnahme führen, sind daher wichtige Bestandteile des Projekts

 

Nachhaltigkeit

Wie in allen vorangegangenen Projekten des Vereins ist Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung unter Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der Ökosysteme ein Leitgedanke der Arbeit. Aus der Geschichte lernen und bewusst entscheiden, wie man mit dem Kulturerbe leben möchte, entspricht nachhaltigen Prinzipien.

 

Diversität

Die europäische Kultur war und ist eine Kultur der Vielfalt. Die interkulturellen Einflüsse gilt es zu sehen und zu berücksichtigen. Das Kulturerbe schafft Angebote für Identifikationen aller Menschen. In der künstlerischen Beschäftigung mit Kulturerbe findet eine Öffnung und Teilhabe für alle statt. Dazu gehört auch die Diskussion über die scheinbar notwendige Abgrenzung vom vermeintlich Anderen zur Definition der eigenen Kultur. Transkulturelle Elemente und Diversität statt einer eindeutigen Leitkultur sind dabei ausdrücklich erwünscht.

 

Projekteinstieg

 

Um die Brücke von der freien Zeitgenössischen Kunst zum Kulturerbe zu schlagen, ist in dem Projekt neben der Ausstellung ein breites Programm an Veranstaltungen geplant, die zur Teilnahme und zum Dialog anregen. Der Projektstart wird 2020 die Aktion „Fundstücke - mein persönliches Kulturerbe“ sein. Viele Menschen werden aufgefordert, sich mit einem Kulturerbe aus ihrer Familie zu beteiligen, die dann in der Städtischen Galerie in Otterndorf ausgestellt werden.

 

Ausstellung 2021

 

Die Ausstellung wird mit der Ausschreibung an professionelle KünstlerInnen eingeleitet. Nicht Abbildung/Illustration von Kulturerbe, sondern eine (auch kritische) Auseinandersetzung mit dem Schwerpunkt „Kulturerbe gestern – heute – morgen“ steht im Mittelpunkt. Die Auswahl des jeweiligen Kulturerbes obliegt den KünstlerInnen. Eine Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen, die sich mit Kulturerbe beschäftigen, wird durch Kontaktvermittlung gefördert.

Der Ausstellungsort ist die RE-ART Halle in Ihlienworth. Die schlichte Blechhalle im Gewerbegebiet erhält für die aktuelle Präsentation ein professionelles, nachhaltiges Ausstellungsdesign. Ein Katalog dokumentiert die Ausstellung.

 

Kunstvermittlung und Veranstaltungen

 

Der Schwerpunkt des Projekts ist die Auseinandersetzung mit Kulturerbe.

Warum ist es von Bedeutung ein Denkmal zu pflegen, eine Orgel zu restaurieren? Wer bestimmt wie über unser Kulturerbe? In der Kunstvermittlung gilt es gerade für junge Besucher die Bedeutung und vor allem den Umgang mit Kulturerbe zu diskutieren. Die Kunstwerke der Ausstellung werden eine reflektierende Sicht auf das Thema anbieten. Es sind Führungen, Beteiligungsprojekte und Workshops geplant.

Im Rahmen des Projekts finden außerdem unterschiedliche ergänzende Veranstaltungen (Vorträge, Workshops, Aktionen) statt.

 

Zahra Torki, Performance 2019, Weltkulturerbe Wattenmeer
Zahra Torki, Performance 2019, Weltkulturerbe Wattenmeer