NEZ, Donnerstag, 07.11.2019

 

„Re-Art meets Kulturerbe“ startet 2021

Elke Prieß ist neue Kuratorin der Kunst-Ausstellung in Ihlienworther Recyclinghalle

 

Von Gaby Joppien

 

Ihlienworth. „Re-Art meets Kulturerbe“ - so lautet der Titel der nächsten Kunst-Ausstellung in der Ihlienworther Recyclinghalle, die im Jahr 2021 starten soll. Das beschloss der veranstaltende Verein „Kunst, Gesundheit, Bildung“, der mit Elke Prieß aus Spieka auch eine neue Kuratorin gefunden hat.

Korrigiert worden sind vom Verein damit die vormaligen Pläne, wonach der ehemalige ARD-Hörfunkkorrespondent Ulrich Reimann als Nachfolger des langjährigen Ideengebers Samuel J. Fleiner den Posten des Kurators übernehmen sollte. Fleiner, der seit 2004 insgesamt sieben Ausstellungen auf die Beine gestellt hatte (von der „Re-Art One“ bis hin zu „Re-Art meets Africa“), erklärte vor einem Jahr seinen Rücktritt. Kurze Zeit später hatte sich Ulrich Reimann bereit erklärt, das Amt zur übernehmen und dafür auch gleich ein Konzept mitgebracht, das er „Welterbe in Deutschland“ nannte.

Doch inzwischen hat sich der 60-jährige Reimann aus privaten Gründen von dem Projekt zurückgezogen. Stattdessen geht es jetzt in Ihlienworth künstlerisch mit Elke Prieß weiter, die über vielfältige Erfahrungen auch im Organisieren größerer Ausstellungen verfügt und die unter anderem von 2005 bis 2012  Kuratorin im Cuxhavener Kunstverein gewesen ist. Zudem ist Prieß durch ihre leitende Funktion in zahlreichen kulturellen Projekten und durch ihre eigene künstlerische Ausstellungstätigkeit überregional in der Kunstszene bestens vernetzt.

Das von Reimann ins Spiel gebrachte Thema ist allerdings im Kern geblieben – es wurde nur weiterentwickelt: „Wir wollen das Kulturerbe und das bodenständige Leben auf dem Lande zusammenbringen“, sagte Prieß während ihrer Projektvorstellung. Anschaulich machten dies unter anderem die knallgelben Gummistiefel auf dem neuen Logo.

Im Ambiente der alten Industriehalle sollen nunmehr Kunstwerke gezeigt werden, in denen sich Künstler und Künstlerinnen mit dem Thema Kulturerbe auseinandersetzen. Präsentiert werden sollen Exponate, die es entweder schon gibt oder aber speziell dafür angefertigt werden sollen. „Die Arbeiten können sich auf ausgesuchte  Objekte, Gebäude, Orte, Landschaften oder auch Traditionen, Handwerkskünste oder kulturelle Techniken des Kulturerbes aus der Region und aus der ganzen Welt beziehen“, heißt es im Ausstellungskonzept.

Und obgleich die nächste Re-Art-Ausstellung erst 2021 ihre Türen öffnet, ist bereits für das kommende Jahr eine Einführungsveranstaltung geplant. Gedacht wird an eine Aktion „Erbstücke“, mit der Menschen aufgefordert werden, sich mit einem Kulturerbe aus ihrer Familie zu beteiligen – als Brückenschlag von der freien zeitgenössischen Kunst hin zum Thema Kulturerbe, das übrigens in Zukunft generell große Aufmerksamkeit genießen wird, weil im Jahr 2022 ein Jubiläum ansteht. Dann nämlich feiert die „Welterbekonvention“ (das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt) sein 50-jähriges Bestehen. Es wurde am 16. November 1972 in Paris verabschiedet.

 

 

 

 

BU:

Der Vorsitzende des Vereins „Kunst, Gesundheit, Bildung“, Peter von Spreckelsen (r.), und die neue Kuratorin Elke Prieß freuen sich auf die neue Re-Art-Ausstellung, die 2021 starten soll. Foto: Joppien